Geschichten aus 10 Jahren

2013: Showdown in Schkeuditz

Fantastische Stimmung, über 500 Teilnehmer. Kein Durchkommen für die bezahlten Störer, aber feige Gewaltattacken auf Thilo Sarrazin und auf Abgeordnete der russischen Duma – das war die COMPACT-Familienkonferenz im September 2013 im Leipziger Vorort Schkeuditz.

«Mut zur Wahrheit» ist das Motto von COMPACT-Magazin, und was das heißt, haben wir und die Teilnehmer unserer Konferenz «Für die Zukunft der Familie» an diesem Samstag in Leipzig demonstriert: Auch unter Druck nicht wanken und nicht weichen, sondern ruhig und entschlossen vorwärtsschreiten und sich durch Krakeel nicht beirren lassen. Wir haben bewiesen, dass «Mut zur Wahrheit» für uns nicht nur Worte sind. Das ist unsere Haltung, unser voller Ernst.

Der größte Erfolg besteht schon allein darin, dass wir die Konferenz möglich gemacht haben. Das gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen von COMPACT: Es gibt sehr viele Leute auch außerhalb von COMPACT, die kluge Texte verfassen können. Aber nur COMPACT ist in der Lage, unerwünschte Tatsachen und Meinungen nicht nur aufzuschreiben, sondern auch ihre Verbreitung sicherzustellen. Meinungsfreiheit ist für COMPACT nichts, worum wir betteln – wir setzen Meinungsfreiheit durch. Das gilt sogar in einem freiheitsfeindlichen Milieu wie in Leipzig, wo bezahlte Störer seit Jahren die Bürgerschaft drangsalieren bis terrorisieren und den guten Ruf der «Heldenstadt» beschmutzen. Diese Krawallanten haben gegen unsere Konferenz alles mobilisiert, was sie zu bieten hatten, und sogar bundesweit Unterstützung herangekarrt, und sind trotzdem kläglich gescheitert.

527 Teilnehmer haben sich von Drohungen im Vorfeld und Blockaden auf dem Weg zum Konferenzort nicht beeindrucken lassen. «Jetzt erst recht» war ihre Devise, als sie durch den Ring der Störer gingen. In der Konferenzhalle angekommen, war die Stimmung fantastisch – gerade als die Extremisten von draußen in ohnmächtiger Wut gegen die Hallenwände trommelten, aber unsere Vorträge in keiner Weise stören konnten. So wissenschaftlich hochstehend viele Reden waren – immer wurden sie vom Publikum auch deswegen begeistert beklatscht, weil jeder einzelne durch sein Kommen diese Konferenz und damit diese Vorträge möglich gemacht hat. In den letzten 40 Jahren habe ich keine Versammlung erlebt, auf der es ein solches Gemeinschaftsgefühl gab – eine Mischung aus Stolz dazuzugehören, und Trotz, sich nicht unterkriegen zu lassen.

So sehr die Stimmung die Anwesenden zusammenbrachte – manche sprachen schon von einer COMPACT-Familie –, so vielfältig waren die Teilnehmer und Referenten in Herkunft und Orientierung, so vielfältig und unterschiedlich ihre Vorschläge zur «Zukunft der Familie». Links- und Rechtseinteilungen spielen bei COMPACT ohnedies keine Rolle. Entgegen des idiotischen Vorwurfes, die Veranstaltung sei «homophob», sprachen sich alle Redner gegen Schwulenfeindlichkeit aus, Dr. Dorothea Böhm warb sogar vom Podium aus für die Homosexuellen-Ehe samt Adoption. Ein Teil des Publikums fand das gut und klatschte, ein anderer Teil fand es nicht gut und klatschte nicht. Das ist Demokratie. Die Handvoll Störer im Saal wurden von unserer Security freundlich aus dem Saal komplimentiert, nachdem sie zum Teil völlig unverständliche Slogans gebrüllt hatten. Pikant: Nach Angaben auf der Pressekonferenz des NoCompact-Bündnisses waren die Eintrittskarten der Störer von Linkspartei und SPD bezahlt worden – ein bezahlter Protest also.

So wenig die Krawallanten die Konferenz stören konnten, so brutal und feige waren ihre Angriffe auf den Zufahrtswegen gegen einzelne, besonders gegen Frauen und Ältere. Eine Rentnerin wurden von den Blockierern so sehr bedrängt, dass sie ohnmächtig umkippte und ins Krankenhaus gebracht werden musste; als sie am Nachmittag von dort zurückkam, wurde sie von uns mit großem Beifall empfangen.

Unsere Referentinnen Natalja Narotchnitskaja und Jelena Misulina wurden auf dem Weg zur Halle getreten. Béatrice Bourges stürzte zu Boden. Die Aggression richtete sich insbesondere gegen die russischen Gäste – ganz wie im Kalten Krieg, als die Proteste von CIA und NATO gesponsort wurden. Der körperliche Angriff auf Frau Misulina wird ein Nachspiel haben, denn sie ist Vorsitzende des familienpolitisches Ausschusses der Duma. Ein Vertreter der russischen Botschaft war vor Ort. In der Nacht auf Sonntag wurde außerdem das Berliner Haus von Thilo Sarrazin mit Farbbeuteln beworfen. In einem Bekennerschreiben wurde dies als Rache für Sarrazins Teilnahme auf unserer Konferenz dargestellt.

Die tätlichen Angriffe auf Teilnehmer und Referenten wurden in den deutschen Medien vollständig unterschlagen. Was würden dieselben Medien schreiben, wenn eine Ausschussvorsitzende des Bundestages auf einer Konferenz in Moskau getreten würde? Der TV-Bericht des MDR erweckt sogar den Eindruck, die Gewalttäter hätten ein Schmuse- und Kuschelfestival vor der Halle veranstaltet. Einzig der Farbanschlag auf Thilo Sarrazins Haus fand eine gewisse Beachtung – nicht ohne den Hinweis auf den «rechtspopulistischen» Charakter von COMPACT, auf dessen Konferenz er aufgetreten sei.

Wir danken den Polizisten (darunter nicht wenige Polizistinnen) für ihren Einsatz. Einige Gewalttäter wurden verhaftet. Unser Dank gilt ausdrücklich nicht der Polizeiführung, die trotz klarer Zusagen an COMPACT viel zu wenig Einsatzkräfte vor Ort beordert hatte. Die Gegenkundgebung war 300 Meter entfernt von der Halle genehmigt worden, rückte dann aber unmittelbar auf das Privatgelände vor. Man bekommt fast den Eindruck, als ob die Polizeiführung (und die sächsische Politik) durch dieses Laisser-Faire dazu einladen wollte, unsere Veranstaltung zu stürmen…

Janich, Benesch, Schall, Schreyer, Elsässer (v.l.n.r.).

2011: Der Verschwörungsgipfel von COMPACT

In Corona-Zeiten wird unser Magazin von der Mainstreampresse gerne unter die «Superspreader» von Verschwörungstheorien gerechnet (Bayerischer Rundfunk) – wobei das böse V-Wort alle alternativen Sichtweisen bezeichnet, die dem Regime nicht passen. Tatsächlich gehörte das Aufdecken ganz realer Verschwörungen von Anfang an zu den Markenzeichen von COMPACT.
 
So veranstalteten wir unsere erste Konferenz unter dem Titel «Inside 9/11 – Zum 10. Jahrestag der Terroranschläge und zu den weiteren Perspektiven» am 10. September  in Leipzig, mit 170 Besuchern im ersten Jahr unseres Bestehens ein schöner Erfolg. Paul Schreyer, Autor des Buches «Inside 9/11», referierte über die Verantwortlichen in der US Air Force, die den Terroristen an jenem Tag in die Hände arbeiteten. Lars Schall arbeitete erstmals im deutschen Sprachraum an den Börsenspekulationen im Vorfeld von 9/11 und trug aus seinem noch unveröffentlichten Buch vor. Oliver Janich (ehem. FOCUS Money) widmete sich den Anomalien der offiziellen Theorie beim Einsturz der Twin Towers. Jan Gaspard (Autor der Kultserie «Offenbarung 23») skizzierte eine journalistische und ethische Moral in Zeiten allgemeiner Täuschung und Manipulation; der Blogger Alexander Benesch (damals als der «deutsche Alex Jones» gefeiert) referierte zum «norwegischen 9/11» und identifizierte den vermeintlichen Einzeltäter Breivik als willigen Vollstrecker der Kreuzzugsideologie von George W. Bush. Jürgen Elsässer arbeitete die Konturen einer Schattenregierung   – so auch der Titel seines gleichnamigen Buches – heraus, die auch heute noch die Fäden zieht.

2011: Broder kommt!

Anfang Juli 2011 glühten in der COMPACT-Redaktion die Telefondrähte: Henryk M. Broder hatte sich zu unserer Veranstaltung «Inszenierter Terrorismus?» angekündigt und wollte gleich Hamed Abdel-Samad und sein ganzes TV-Team mitbringen. Sollten wir dem berühmt-berüchtigten Zyniker eine Drehgenehmigung geben? Andererseits konnten wir etwas Publicity durchaus gebrauchen – von COMPACT waren erst fünf Ausgaben erschienen, das Magazin war bis dato nur ein Geheimtipp. Die Aussicht, in der Serie Entweder Broder zur besten Sendezeit in der ARD aufzutauchen, war zu verlockend. Wir gaben Broder grünes Licht, knöpften ihm aber beim Eintritt 300 Euro ab – Schmerzensgeld, getarnt als Copyright-Abgabe.

Die Hütte im vornehmen Halong-Hotel am Berliner Spittelmarkt war mit 150 Leuten rammelvoll. Broder war mit Armeejacke und Feldschiffchen erschienen, Hündchen Wilma unterm Arm. Zunächst hielt er sich im Hintergrund, sein Team filmte aber kräftig. Ich war etwas nervös, denn wenn im Publikum ein Provokateur oder Dummkopf saß und extremistischen Unsinn von sich gab, waren wir geliefert. Mir gefror das Blut in den Adern…

Die komplette Geschichte können Sie in der August-Ausgabe des COMPACT-Magazins lesen.